Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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Von dem Lager des Dragoner⸗Regimentes reis⸗ ten wir nach dem Dorfe Waſchery. Auf unſerm Wege durch das Winterlager Caravach fanden wir zu unſerer Verwunderung feſtgebaute Haͤuſer mit Holz, Schilfrohr und Erde bedeckt, welche eine Straße bil⸗ deten. Unſer Weg ging uͤber die ſchoͤne fruchtbare Ebene von Telaw, unſer Ruͤckweg uͤber die ungleich hohe Gebirgskette, auf welcher die Stadt Sinak ſteht, welche wir 4 Werſte von unſerem Wege liegen ließen. Dieſe Ebene enthaͤlt eine große Zahl ſchoͤnez Doͤrfer.

Waſchery, 8 Werſte von Sinak entfernt,

liegt auf dem halben Abhange eines Berges in einem

praͤchtigen Obſtbaum⸗Walde. Die umliegenden frucht⸗ baren Felder erzeugen ſehr ſchoͤnes Getraide, beſon⸗ ders aber Weinſtoͤcke von beſonderer Groͤße. Die Nuß⸗ und Feigen⸗Baͤume ſind von beſonderer Schoͤnheit. Aus Mangel einer beguemen Wohnung wies uns der Schulz des Dorfes die Stelle an, welche zum Preſſen und Aufbewahren des Weines beſtimmt war. Er ver⸗ ſchaffte uns zum Abendbrode rothe Bohnen, Eier und junge Huͤhner. Das Brod war hier wie in allen Doͤr⸗ fern Georgiens ſehr ſchlecht. Als wir uͤbernachte⸗ ten, wurden wir von der Furcht geplagt, vön den

Phalanren, einer Art ſehr großer Spinne uberfal⸗

len zu werden. Dieſes in Tiflis und einem Theile Georgiens gewoͤhnliche Thier hat die Groͤße eines Daumens und ziemlich kurze Fuͤße. Es iſt ſebr ge⸗