Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

200

nes Sattels an den Stellen befeſtigt, welche gewoͤhn⸗ lich fuͤr die Halftern beſtimmt ſind; das eine enthaͤlt den Kalium mit ſeinen Pfeifen; das andere den Ta⸗ bak. Auf der linken Seite des Pferdes haͤngt an einer Kette ein eiſerner Dopf mit brennenden Holzkohlen, und an der rechten ſieht man eine große lederne Fla⸗ ſche mit Waſſer, da Feuer und Waſſer zum Genuß des Kaliums durchaus nothwendig ſind. Außerdem iſt das arme Thier noch mit einigen Saͤcken beladen, in wel⸗ chen ſich alles befindet, was der Herr waͤhrend ſeiner langen Reiſe moͤglicher Weiſe brauchen kann.

Ehe wir das luſtige Dorf Bosm ihtſch am Strome gleiches Namens erteichten, war ich von einer ſonderbaren Zeremonie Zeuge. Eine Menge von Leu⸗ ten kamen zu uns, eine Kuh fuͤhrend, welche ſie bis in die Naͤhe des Prinzen brachten, und augenblicklich zu den Fuͤßen ſeines Pferdes ſchlachteten. Dieſer Lan⸗ des⸗Gebrauch wird zur Ehre des Dberherrn bei der Annaͤherung an jede Stadt und jedes betraͤchtliche Dorf in ſeinem Reiche beobachtet. Der Urſprung die⸗ ſer Zeremonie ſcheint aus der Zeit der Heiden herzu⸗ ruͤhren. Die Schlachtopfer ſind, nach der Wichtigkeit der Stadt oder des Dorfes, dem Werthe nach ver⸗ ſchieden.

Seichen mit dem Faͤgerhorne beſtimmten jedesmal den Aufbruch des Zuges. Man bließ drei verſchiedene Male. Auf das erſte Zeichen mußte das Gepaͤck auf⸗ brechen; das letzte Zeichen, welches etwa 2 Stunden