Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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wurde von dem anhaltenden Froſte der Schnee wie Staub, und wenn der Wind wehete, ſo ward er in Wolken, wie der Sand in der Wuͤſte, in die Hoͤhe gewirbrlt, und fullte jeden Pfad, jede Straße und je⸗ den Hohlweg auf ſeiner Bahn aus. Daher ſieht man es fuͤr eine große Unbeſonnenheit an, ſich eine Strecke von der Stadt zu entfernen, wenn der Himmel voll Schnee haͤngt oder die Luft unruhig iſt. Wer von einem ſolchen Schnee⸗Sturme uͤberfallen wird, entgeht ſelten dem Lode.

Ich ſtaunte, daß trotz dieſer ſtrengen Witterung wenige Perſer beiderlei Geſchlechts mehr Kleider trugen, als gewoͤhnlich. Viele, ſowohl jung als alt, gingen mit der Bruſt ganz bloß. Kaum vergeht ein Dag, ohne daß man nicht in der Naͤhe der Stadt einen oder zwei Menſchen erfroren findet. Waͤhrend meines Aufent⸗ halts kamen 3 Weiber und 2 Maͤnner nebſt s ihnen gehoͤrigen Eſeln um. In Perſien werden die Thore in allen Staͤdten und Marktflecken kurze Zeit nach dem Untergange der Sonne verſchloſſen, und erſt mit dem Aufgange derſelben wieder geoffnet. Wenn nun Rei⸗ ſende die Thore erreichen, da ſie ſchon verſchloſſen ſind, ſo muͤſſen ſie bis zum andern Morgen warten. Waͤhrend der rauhen Jahreszeit zeigt ſich ſehr oft bei Eroͤffnung der Thore ein ſchreckliches Todtenſchauſpiel; Alt und Jung, Thiere und Kinder liegen oft in einem lebloſen Haufen beiſammen. Eines Abends, als die Kaͤlte 16 Grad Reaumuͤr