Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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ſeine Lage unter dem 43* der Breite, 640 der Laͤnge angenommen. Das Zeughaus, das Spital, die Kir⸗ chen und einige Villen in der Nachbarſchaft erinnern an Europa; der Ueberreſt iſt rein aſiatiſch. Man faͤngt an die Straßen zu pflaſtern. Bei dem Beſuche der Baͤder drang mein Begleiter in mich, einen Ver⸗ ſuch zu machen, die fuͤr das weibliche Geſchlecht be⸗ ſtimmten Baͤder zu beſuchen. Zu meinem Erſtaunen fand ich bei dem Eintritte keine Schwierigkeit. Eine alte Frau an der Thuͤre war unſere Führerin. In dem Badezimmer zunaͤchſt an der Thuͤre fanden wir eine große Menge nackter Kinder von verſchiedenem Alter, mitten im Zimmer in einer Badwanne, wo ſie von ihren Muͤttern gewaſchen wurden. Dhne irgend eine Spur von Ueberraſchung oder Unzufriedenheit von Seite der Muͤtter zu bemerken, traten wir in ein weit groͤßeres Zimmer, welches gut erleuchtet, und im Dache hoͤher gewoͤlbt war. Man ſah hier kein Waſſer; allein ein ſteinerner Dwan, mit Teppichen und Ma⸗ trazen bedeckt, lief um das Zimmer herum; auf dem⸗ ſelben ſaßen oder lagen Frauenzimmer in jeder Stel⸗ lung und Beſchaͤftigung, welche in einem aſiatiſchen Bade gewoͤhnlich ſind. Einige waren halb angeklei⸗ det, andere hatten ſich kaum bedeckt. Dienerinnen waren beſchaͤftigt, die ſchoͤnen Formen ihrer Gebiete⸗ rinnen mit trockenen Tuͤchern zu reiben, oder ihre Haare und Augenbraunen zu faͤrben, oder endlich ihre Geſichter anzußpeichen. Ohne die geringſte Unrube