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ein Viertel des Raumes innerhalb der Mauern iſt mit Haͤuſern beſetzt, der uͤbrige Platz iſt zu Feldern und zu Gaͤrten benutzt. Das Waſſer in der Stadt haͤlt man fuͤr ungeſund, daher verkaufen Weiber in den Straßen beſtaͤndig Waſſer aus den benachbarten Quel⸗ len. Die Haͤuſer ſind aus Lehm gebaut, meiſtentheils viereckig, nach mauriſcher Art, das Dach des Saals in der Mitte tragen Staͤmme von Palmbaͤumen, dort empfaͤngt man Beſuchende und Fremde. Die Zimmer des unteren Stockwerks haben Thuͤren nach dieſem Saal, und ſie dienen gewohnlich als Vorrathskammern. Eine Treppe fuͤhrt zu einer oſſenen Gallerie, die hoͤ⸗ her iſt als der Saal. Aus dieſer kommt man in die Zimmer des zweiten Stockwerks, die Licht durch kleine Fenſter erhalten. In einem Hofraum hinter dieſem Hauſe iſt ein Brunnen und andere Beguemlichkeiten⸗ In der Mauer, die das ganze Haus umgibt, ſind auch einige runde Lehmhuͤtten, mit den Stengeln des Mais⸗ gewoͤlbt, und mit langem Graſe bedeckt. Dieſe ſind gewoͤhnlich ſehr ſauber und rein und groͤßer als die in Bornu. Die Reſidenz des Gouverneurs nimmt einen großen Raum ein, und aͤhnelt einem ummauerten Dorfe; ſie umfaßt ſogar eine Noſchee, und einige 3— 4 Stock⸗ werke hohe Thuͤrme, mit Fenſteroͤffnungen nach eure⸗ paͤiſcher Art⸗ aber ohne Glas oder Gitter. Man muß durch zwei von dieſen Thüren gehen, um zu den in⸗ neren vom Gouverneur bewohnten Zimmern zu kom⸗ men. Ich beſuchte den Gouverneur⸗ welcher am Ein⸗ 7. Vd. Afrika. III. 3. 2


