Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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ohne Kampf, ohne Seufzen. Ich ſchickte darauf an den Gouverteur der Stadt, um die Erlaubniß zu er⸗ balten, den Todten zu beſtatten, das er gern bewilligte. Ich ließ ein Grab machen, noͤrdlich von einem alten Mimoſenbaum, in einiger Entfernung von dem ſuͤdlichen Stadtthore. Der Leichnam, nachdem er erſt nach Lan⸗ desſitte gewaſchen war, ward nach meiner Angabe ge⸗ kleidet, wozu wir Turban⸗Shawls gebrauchten, die wir als Geſchenke bei uns hatten. Unſere Diener trugen den Entſeelten zum Grabe, ich las daun die Worte, die in der Engliſchen Kirche gebraͤuchlich ſind, ehe er dem Schooß der Erde anvertraut ward. Nachbher ließ ich das Grab mit einer Leichenmauer einfaſſen, um die Raubthiere abzuwehren, und ließ 2 Schaafe ſchlachten⸗ und unter die Armen vertheilen. So ſtarb im 32. Jahre, Walter Oudney, Pr. der Medizin, ein Mann ohne Anmaſſung, von angenehmen Betragen und unerſchuͤt⸗ terlichem Unternehmungsgeiſte; dabei beſaß er Kennt⸗ niſſe; war tugendhaft und religiös. Zu jeder anderen Zeit, an jedem anderen Ort waͤre es ein großer Ver⸗ luſt geweſen, einen ſolchen Freund einzubuͤßen; fuͤr mich aber, ſeinen Freund und Reiſegefahrten, der ebenfalls

krank war, und nun allein blieb unter einem fremden

Volke, und ein Land durchreiste, das nie der Fuß eines Europaͤers betreten hatte; fuͤr mich war pieſer Verluſt uͤber alles bitter und niederſchlagend. Den folgenden Morgen mit Tagesanbruch reisten wir weiter, unſer Wegs fuhrte durch ein aut augebau⸗