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laͤcherlichere Erfindung verſielen einige Hottentotten, welche eine große Buͤffel⸗Haut mit großen Stoͤcken nach Art eines Baldachins uͤber ſich trugen. Die Wei⸗
ber machten dieſe außerſt beſchwerliche und ermüdende Reiſe mit großer Standhaftigkeit, und nichts ver⸗
mochte ihre natuͤrliche Munterkeit zu unterbrechen. Unſerer Vorkehrungen ungeachtet, nahmen unſere Leiden den Tag uͤber doch noch betraͤchtlich zu. Bei Allen ſtellte ſich ein oͤfteres Naſen-Bluten ein, wel⸗ ches mit dem unertraͤglichſten Kopfſchmerzen verbunden war. Auch litten wir an einer Art heftigen Schwin⸗ dels. Zugleich ſah keiner von uns den naͤmlichen Ge⸗ genſtand, welchen der andere zu ſehen glaubte. Dft wenn einer einen Verg vor ſich zu ſehen glaubte, ver⸗ öcherte der andere einen Fluß zu ſehen. Indeſſen war
dieſe Erſcheinung nicht anhaltend. Zuweilen verlor
ſich aber das Geſicht bei uns gaͤnzlich, und wir blie⸗
ben einige Minuten blind, ohne das Geringſte unter⸗
ſcheiden zu koͤnnen. Dem Mangel an trinkbatem Waſ⸗ ſer halfen wir dadurch ab, daß wir vbn Zeit zu Zeit in den Höͤhlen der Felſen etwas Regenwaſſer fanden. iM. Den dritten Tag entdeckte ich endlich dis mir von den Kabobiquois beſchriebene Ebene und Gebirge. Wir ruͤckten in dieſer ſogenannten Ebene nach und nach immer weiter fort. Gerade vor uns lag das Gebirge, welches den Houzouanas zum Aufenthalte diente. Es erſtreckte ſich von Nord nach
Suͤd. Ich dutſte es jedoch nicht wagen, ohne dis


