Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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vergiftet hielten. Der ganze Kraal kam in Aufruhr und nicht ohne Muͤhe konnte ich den bevorſtehenden Sturm abwenden. Nachdem das freundſchaftliche Verhaͤltniß wieder hergeſtellt war, unterſuchte ich die Verwundeten und fand ihre Wunden unbedeutend. Gch ſuchte ſie zu beruhigen, indem ich ihnen die Schrote zeiste, welche in meinen Beinen ſtacken. Al⸗ lein vergebens. Als aber Klaas im Angeſichte der Verwundeten einige Schrote verſchlang, hoͤrten die Kranken auf, ſich weiter ungeberdig zu ſtelen. Nach eingetretener Geneſung der Verwundeten ſtellten die Wilden einen Tanz bei unſerm Lager an.

Die Kabobiguvis haben weder ſo platte Naſen als die Hottentotten, noch ſo weit hervorſtehende Bak⸗ kenknochen, als dieſe; ſie unterſcheiden ſich ſehr durch ihre Farbe von den Hottentotten; auch iſt bei ihnen das Beſchmieren mit ſtinkendem Fette ungebraͤuchlich. In Hinſicht der Groͤße gleichen ſie den Kaffern; die Farbe ihrer Haut iſt von aͤhnlicher Schwaͤrze, als bei dieſen. Ihre Haare ſind ſehr kurz und kraus und an den Spitzen mit kleinen kupfernen Knoͤpfchen ver⸗ ſehen, welche ſie ſehr regelmaͤßig und mit vieler Kunſt zu vertheilen wiſſen. Sie gehen ganz nackt mit Aus⸗ nahme eines kleinen Stuͤckes Leder zur Bedeckung der

Schaamtheile. Das weibliche Geſchlecht iſt hier ſehr eingezogen und erlaubte meinen Leute jene Gefaͤllig⸗ keiten nicht, welche ſie bei den Namaguas erhiel⸗ ten. Den Weibern theilte ich einige Nadeln mit und

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