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200 junge Maͤdchen aus ſaͤmmtlichen Provinzen der Philtppinen, in ihrer verſchiedenen Landestracht reich gekleidet, folgten. Fuͤnfzig von dieſen Grazien zogen den praͤchtigen, mit rothem Sammet und vie⸗ lem Golde verzierten Triumphwagen, auf welchem das Bild des Koͤnigs Fernando's prangte. Ge⸗ genuͤber, etwas zur Seite, ſaß auf einer Erdkugel eine hohe weiße Geſtalt, die in der einen Hand ein aufge⸗ ſchlagenes Buch, und in der andern einen Stab hielt, mit dem ſie auf das Bild zeigte. Sie ſtellte die Muſe der Geſchichte vor. Hinter dem Triumphwagen ritt eine Abtheilung Dragoner, und den Beſchluß des Zuges machten eine Menge Wagen, in denen die an⸗ geſehenſten Perſonen der Stadt fuhren. Mehrere thurmartige, chineſiſche Ehrenpforten ſchmuͤckten den Weg, den die Prozeſſion durch die weitlaͤuſigen Vor⸗ ſtaͤdte nach der Stadt nahm. Als das Bild in der Stadt ankam, ward es von dem Gouverneur und der ganzen Geiſtlichkeit von Manilla empfangen, und ſtatt der jungen Maͤdchen zogen nun Buͤrger den Triumphwagen unter beſtaͤndigem Rufen: Viva el Rey Fernando. Von allen Waͤllen wurden die Ka⸗ nonen geloͤst, eine ſchone militaͤriſche Muſik ertoͤnte, und die Truppen, welche vom Thor an bis zur Haupt⸗ kirche in zwei Reihen aufgeſtellt waren, praͤſentirten das Gewehr, wobei ſie in das Viva des Volkes ein⸗ ſimmten. Bei der Kirche ward Halt gemacht, das Bild bineingetragen, und nach dem Gottesdienſ, den


