Teil eines Werkes 
5,2 (1832)
Entstehung
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Angenehm verſtrich ihm die Zeit in dieſem ſchö⸗ nen Tropenlande; unter andern war er auch Zeuge eines feierlichen Aufzuges, der der Aufſteilung des Portraits des Koͤnigs von Spanien galt, welches dieſer Koͤnig den Bewohnern der Stadt Manilla zum Zeichen ſeines ganz beſondern Wohl⸗ wollens geſchenkt hatte. Aus allen Provinzen war zu dieſem Feſte eine ungeheuere Menſchenmaſſe nach Ma⸗ nilla geſtroͤmt. Elegante Equipagen durchkreutzten

in eiliger Geſchaͤftigkeit die Gaſſen, und konnten ſich

nur mit vieler Muͤhe durch die bunten Reihen der geputzten oder maskirten Fußgaͤnger den Weg bah⸗ nen. um o Uhr donnerten die Kanonen von der Fe⸗ ſtung, und um 12 Uhr begann die Proeeſſion, bei der ein Gemiſch von aſiatiſchem und ſpaniſchem Geſchmack obwaltete. Der Zug ward von Chineſen eroͤffnet. Zuerſt kam ein Chor von 24 Muſikanten, von denen ein Theil mit Staͤben auf große, runde, kupferne Platten ſchlug, und dadurch eine Art dumpfer Glo⸗ ckentoͤne hervorbrachte, und der andere auf elarinett⸗ aͤhnlichen Inſtrumenten gar widerlich pfiff. Den Mut ſikanten folgte ein Zug Chineſen mit ſeidenen Fah⸗ nen, auf welchen ihre Goͤtzen und Drachen von ver⸗ ſchiedener Geſtalt, mit Hieroglyphen umgeben, abge⸗ bildet waren. Hierauf wurde in einer Art von Sef⸗ ſel, der reich verziert und mit dem glaͤnzendſten Lack uͤberzogen war, eine junge Chineſin getragen, die eine Wage in der Hand batte, die Goͤttin der Ge⸗

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