Teil eines Werkes 
5,2 (1832)
Entstehung
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haͤngt unordentlich uͤber die breiten fleiſchigen Geſich⸗ ter. Die Backenknochen ſtehen ſtark hervor, die Naſe iſt breit und platt, der Mund groß, die Lippen ſind dick, die Augen klein, ſchwarz und feurig, die Zaͤhne auffallend weiß. Ihre natuͤrliche Farbe fällt nur we⸗ nig ins Braͤunliche; aber ſie beſchmieren ſich täglich das Geſicht und den ganzen Leib mit Oter und einer ſchwarzen Erde, ſo daß ſie von ſehr dunkler Farbe zu ſeyn ſcheinen. Gleich nach der Geburt wird den Kin⸗ dern der Kopf zuſammengedruͤckt, wodurch ſich die Au⸗ genbraunen ſehr in die Hoͤhe und die Naſenloͤcher weit auseinander ziehen. Ihre Kleidung beſteht mehren⸗ theils nur aus einer kleinen Schuͤrze. Maͤnner und Weiber durchbohren den Naſenknorpel, und ſtecken Federkiele, eiſerne Ringe und allerlei Zierathen hin⸗ ein. Das ſchauerlichſte bleibt indeß die hoͤlzerne Un⸗ terlippe der Weiber, die, trogartig ausgehoͤblt, den Speichel aufbewahrt, der ihren Maͤulern durch das immerwaͤhtende Tabakskauen, wovon ſie große Lieb⸗ baberinnen ſind, reichlich entquillt. Indeſſen findet der Kaluſche ſeine widerwaͤrtigen Landsmaͤnninen mit ihren Lippentroͤgen doch ſo reizend, daß ſie oft die heftigſte Leidenſchaft in ihm erregen. Einen Be⸗ weis davon lieferte dem Capitain Kotzebue eine Be⸗ gebenheit, die ſich waͤhrend ſeines Aufenthaltes daſelbſt zuttug. Ein Maͤdchen hatte vier Liebhaber, deren Ei⸗ ferſucht in heftigen Streit ausbrach. Nachdem ſie ſich lange herumgeprugelt hatten, und Keiner abſtehen