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ausgeliefert werden ſolle. Der Gouverneur ſchlaͤgt es ab, indem er erwiedert, daß, da die That in Macao veruͤbt ſey, er den Moͤrder als Portugieſen ſeinem Ge⸗ richte uͤbergeben, und ihn, wenn er des Verbrechens überwieſen waͤre, nach den portugieſiſchen Geſetzen ver⸗ urtheilen wolle. Die Chineſen, welche den Por⸗ tugieſen ſelbſt hinzurichten verlangten, laſſen auf dieſe Antwort ſgleich alle Buden ſchließen, und ver⸗ bieten die Einfuht von Lebensmitteln nach Macav. Der Gouverneur, der fuͤr ſeine Garniſon Proviſion auf zwei Jahre im Vorrathe hatte, laͤßt ſich duich dieſe Drohung nicht irre machen, und ubergibt den Chineſen den Verbrecher nicht. Indeß wird die⸗ ſem der Proieß gemacht, er wird des Mordes ſchuldig befunden und ſogleich aufgeknüͤpft. Die Chineſen verſammeln ſich, um einen Verſuch zu wagen, ſich des Verbrechers, waͤhrend er zum Richtplatz ge⸗ fuͤhrt wird, mit Gewalt zu bemaͤchtigen. Der Gou⸗ verneur verſammelt ſeine Truppen, laͤßt die Kanonen auf den Batterieen ſcharf laden, und erwartet ſo ih⸗ ren Angriff. Durch die ernſthaften Maßregeln des Gouverneurs abgeſchreckt, ziehen ſich die Chineſen unter dem Vorwande zuruͤck, daß ſie mit der Hinrich⸗ tung des Verbrechers vollkommen zufrieden ſeyen, und das gute Vernehmen war ſogleich wieder her⸗ geſtellt. Uebrigens waͤre Maeav in den Haͤnden der Eng⸗ laͤnder, ſo wuͤrde die ſchimpfliche Abhaͤngigkeit die⸗


