Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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wegen ich um 4 Uhr Nachmittags ſchon Halt nnachte. Wahrend meine Leute das Lager ordneten, ſpazierte ich gegen das Ufer des Fluſſes, wo ich einige ganz zerſoͤrte und mehrere wohlerhaltene Huͤtten der Kaffern nebſt einigen zerſtreuten Menſchenknochen fand.

Wir ſchliefen ziemlich ruhig: denn die Annäherung einiger Hyaͤnen war uns eine ſchon gewohnte Erſchei⸗ nung. Des andern Morgens eroͤffneten mir die Hot tentotten, daß ſie ganz friſche Spuren von Seekͤhen und Kudus angetroffen baben. Da unſere Lebensmiz⸗ tel ihrem Ende ſich näherten, ſo beſchloß ich dieſen Sag der Jagd zju widmen. Wir ſchoßen auch 2 Kndus, zerlegten ſie ſogeich und fuͤllten unſere Fleiſchtopfe, waͤhrend ich mir die Leber beſonders braten ließ.

So lange die Hottentotten Ueberfluß an Lebens⸗ mitteln haben, ſind ſie ſehr gefraͤßig; bei dem Mangel derſelben koͤnnen ſie auch einige Tage großen Hunger leiden. Mancher kann in einem Tage 40 12 Pfund Fleiſch verzehren; jm Nothfall aber begnuͤgt er ſich mit einigen Heuſchrecken, mit etwas thonigter Erde, oder einer Scheibe Honig, oder mit einigen Stuͤcken des Sohl⸗Leders ſeiner Schuhe. Den Meinigen konnte ich nie einprägen, etwas Votrath fuͤr den kuͤnftigen Tag aufzuheben; ſie erwiederten immer, wir können ja Morgen wieder jagen, oder auch ſchlafen. Zmn Befriedigung des Appetits iſt wirklich der Schlaf den Hottentotten ganz vorzüglich eigenz ich fand öfrers ganze Horden in dieſem Zuſtande. Koͤnnen üe weder