34
dieſe nun ſeit 20 Jahren keinen Prieſter mehr hatten,
ſo erfreuten ſie ſich uͤber meine Ankunft gar ſehr. Ich verrichtete den Gottesdienſt, taufte viele und bekehrte auch mehrere Mahometaner. Bei meinem Unterrichte leiſteten mir einige alte Neser, die franzoͤſiſch verſtan⸗ den, welches ſie zur Zeit der Senegal⸗Kompagnie gelernt hatten, treffliche Dienſte. Ich vertheilte unter ſie Katechismen. Das Komptoir zu Albreda iſt mit Graͤben und verflochtenen Palliſaden befeſtigt, welche 9— 10 Schuhe hoch ſind. Es iſt bettaͤchtlich wegen des Negerhandels, welcher allemal mit der Menge von Waaren des Vor⸗ rathshauſes im Verhaͤltniſſe teht. Außer dieſem gro⸗ ßen Sklavenhandel kauft die Faktorei zu Albreda das ganze Ja r durch die gefangenen Feinde von den Koͤnigen der beiden Ufer des Gambia und von andern henachbarten Fürſten; ferner Elfenbein und Wachs. 4) Der Gambia, ein Arm des Niger, entſteht bei dem Dorfe Barakota, wo der Niger ſich in 2 Arme theilt, deſſen ſuͤdlicher Gambia
beißt. Nach einem langen Laufe ſcheint er ſich in
einem See zu verlieren, aus welchem er in der Geſtalt eines ſchoͤnen und tieſen Fluſſes wieder erſcheint. Er ergießt ſich in das Meer zwiſchen dem Kap St. Ma⸗ ria gegen Cuͤd und der kleinen Vogel⸗Inſel
gegen Nord. Zwiſchen beiden iſt ſeine Muͤndung,
deren Mitte unter 13* 20 nordl. S. liegt, ungefaͤh 6 Meilen breit.


