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Wäprend meines Aufenthalts in Cairo ſtarb mir eine junge Gatelle, die ich von Alexandrien mit⸗ gebracht hatte. Dieſes nette Thierchen war ſo an mich gewoͤhnt, daß es nie mein Zimmer verließ und mir uͤberall, wie ein Hund folgte. Die Gagellen ſind gewiß von allen Thieren die niedlichſten und netteſten. Ihre Schenkel ſind von einer ausgezeichneten Feinheit und jhre Behendigkeit üͤberſteigt alle Vorſtellungen. Wenn ſie laufen, ſo ſchweben ihre Beine immer in der Luft, ſo daß ihr Lauf dem Fluge eines Vogels gleicht. Sie ſind außerordentlich reinlich und ihre Aus⸗ leerung hat den Geruch von Moſchus. Ihr Haar iſt kurz, glatt und glaͤnzend, von einer grauen in das Braͤunliche ſallende Farbe. Sie haben herrliche Augen;„ die Orientalen vergleichen immer die Augen ihrer Schoͤnen mit denſelben und ich habe Matroſen Volks⸗ lieder ſingen hoͤren, in denen als Refrain immer die Augen der Gazelle vorkamen. Dieſer Geſang der Ma⸗ troſen, obwohl einfoͤrmig, hat etwas Angenehmes und Melancholiſches; er beſteht aus Choͤren; von Zeit zu Zeit ſingt eine Stimme ein Recitativ, worauf die andern antworten. Ihre Geſaͤnge ſnd meiſtens eine Art von Balladen oder Liebesliedern, in denen die Bilder nicht geſpart ſind. Die Araber haben eine dichteriſche Phantaſie. Ihre Werke beweiſen dies und waͤre das Volk befreit von dem tyranniſchen Joche, welches dasſelbe gegenwaͤrtig druͤckt, ſo wuͤrde man gewiß die Zeiten der Abafiden ſich wieder erneuen


