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nur auf dieſe Weiſe den Charakter der Araber ken⸗ nen lernen.— Redlichkeit und Wohlthaͤtigkeit ſind zwei Eigenſchaften, welche ich oft an ihnen zu be⸗ wundern, die Gelegenheit hatte. Ich ſah oͤfters, wie der Beſitzer einer Bude ſich entfernte, und ſich be⸗ gnuͤgte, ein Seil vor ſein Waarenlager zu ziehen, oder mit einem einfachen Luche ſeine mit Fruͤchten und Brod angefüllten Koͤrbe zu bedecken, ohne daß es, bei der Maſſe der Voruͤbergehenden, nur einem eingefallen waͤre, ſie zu beruͤhren.— Ihre Wohlthaͤtig⸗ keit erſtreckt ſich ſelbſt auf die Thiere. Ich habe ge⸗ ſehen, wie Araber, die ſelbſt arm waren, Haufen von ausgehungerten Hunden fuͤtterten, dabei aber nach ihrem religioͤſen Aberglauben, ſich ſehr in Acht nahmen, keines dieſer Thiere zu beruͤhren. Die Hunde ſind nach Muhamed's Geſetz unreine Thiere und werden daher in Aegypten nicht als Hausthiere gebraucht. Man ſieht ſie in großer Menge auf den Fel⸗ dern und Straßen von Cairo herumlaufen. Sie ſind oft ſehr bosartig und verfolgen hartnaͤckig die Vor⸗ uͤbergehenden; aber man hat kein Beiſpiel, daß ein Hund wüthend geworden waͤre, was ſehr zu bewun⸗ dern iſt bei der großen Hitze und bei dem Mangel an Waſſer, welchem dieſe Thiere ausgeſetzt ſind. Es iſt merkwuͤrdig, daß dieſe Hunde die Stadt in Quartiere unter ſich getheilt haben und keinem Hunde, der in einem andern Stadtviertel geboren iſt, erlauben, ſeine Grenze zu uͤberſchreiten. Geſchieht dies dennoch, ſo


