Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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ſchen jeder Klaſſe und jeden Alters; und die Fenſter der benachbarten Haͤuſer waren beſetzt mit Damen, die eben ſo neugierig waren, wie ich, dieſe harmoniſchen Töne zu vernehmen. Meine Augen ſuchten eben die unſchuldigen Thiere, deren klaͤgliches Geſchrei ich ge⸗ hoͤrt hatte, als ein neues Bloͤcken, welches mitten aus dem Haufen der Mußikanten kam, mich zu meinem Erſtaunen einen Araber entdecken ließ, der ausgeruͤſtet mit einer Art großer Trompete, derſelben dieſe klaͤg⸗ lichen Toͤne entlockte.

Man belehrte mich, daß dieſe herrliche Symphonie zu Ehren des Gedaͤchtnißtages des Kaiſers Aleran⸗ ders von Rußland gegeben worden waͤre, und daß der ruſſiſche Conſul, der in demſelben Hotel wohnte, dieſe Muſik angeordnet haͤtte. Sie dauerte einen gro⸗ ben Theil des Morgens hindurch. Ich hatte genug an dieſem Proͤbchen des Talents der Araber; und konnte ſehr leicht den Vorſatz faſſen, in Zukunft alle Conzerte dieſer Ration zu meiden.

Mein Gemahl reiste, von einigen Dienern beglei⸗ tet, von Alexandrien ab, um einen Abſtecher nach der lobiſchen Wuͤſte zu machen und die Spuren des alten Cyrene aufzuſuchen; in einigen Monaten ſollte er mich dann in Cairo einholen. Ich verließ Aleran⸗ drien wenige Tage nach ſeiner Abreiſe und ſchiffte mich auf dem Kanal von Mahmoundieh ein. Die Boote, deren man ſich bedient, ſind geraͤumig, und ziemlich bequem. Die umgegend bietet nicht die ge⸗