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hier und da nackte Santons⸗ welche das Volk um⸗ draͤngt; die Menge von Neger⸗Sklaven; dort laut heulende Weiber, die einen Leichenzug begleiten und wehklagend ſich das Haar ausraufen und die Bruſt zerſchlagen; nebenan das laͤrmende Geleite eines Hoch⸗ zeitzuges, unterbrochen von dem Geſang der muha⸗ medaniſchen Prieſter, welche von den hohen Minarets herab die Glaͤubigen zum Gebet rufen; endlich der zerreißende Anblick von Ungluͤcktichen, die vor Hunger und Elend umkommen, und die Schaaren herrenloſer Hunde, die einen verfolgen und beunruhigen; alles dies hemmte alle Augenblicke den Gang und feſſelte die Aufmerkſamkeit des erſtaunten Reiſenden.
Am dritten Tage der Ankunft beſtieg ich S ancho Panſa's muthigen Renner, um meine Ausfläge und Beſichtigungen vorzunehmen. Ich beſah die beruͤhmte Saͤule des Severus oder des Pompeius, die Dbelisken u. a. Alterthuͤmer und Merkwuͤrdigkeiten mehr. Der Kanal von Mahmoudieh iſt eine der nuͤtzlichſten unternehmungen des jetzigen Paſcha; ſein Zweck iſt, die Handelsverbindung zwiſchen Aleran⸗ drien und Cairo zu erleichtern. Dieſer Kanal hat ſchon bedeutende Summen gekoſtet; 300,000 Menſchen waren daran beſchaͤftiget und nach2 Woñnien wab er ſo weit gediehen, wie man ihn gegenwaͤrtig ſieht. Wahrſcheinlich wird er aber nie beendet werden. Man hatte dieſes Werk auf Tuͤrkiſch begonnen, d. h ohne Huͤlfe eines geſchickten Ingenieurs. Viel Muͤhe und
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