163 malden, deren Gegenſtaͤnde aus der heiligen Schrift entlehnt waren. Hierauf beſahen wir eine gewolbte, unterwaͤrts beſindliche Höhle.
Als wir uns Jeruſalem naͤherten, kam uns der Muſelem(Statthalter) und der Superior des la⸗ teiniſchen Kloſters entgegen. Eine große Menge von Einwohnern war auf den Straßen verſammelt, um die chriſtlichen Gaͤſte zu ſehen.
Selbſt bis an die Thore von Jeruſalem behielt das Land daſſelbe felſige und unfruchtbare Anſehen. Die Stadt ſteht auf einem hohen felſigen Boden, wel⸗ cher nicht viel traͤgt. Der Boden beſteht aus einem roͤthlichen Lehme, und iſt bei einiger Tiefe ſehr gut.
Wir beſuchten den Gouverneur, und hatten aus einem Fenſter ſeines Hauſes eine ſehr angenehme Ausſicht auf eine tuͤrkiſche Moſchee, auf dem Grunde von Salomos Tempel erbaut. Kein Chriſt darf in dieſelbe treten, weil nach dem Glauben der Tuͤr⸗ ken ihre Herrſchaft ſogleich ein Ende haben ſoll, wenn ein Chriſt auf die geheiligte Stelle ſeinen Fuß ſetzt.
Auf der Stelle der Wohnung des Gouverneurs ſoll des Pontius Pilatus Palaſt geſtanden ſeyn, und Petrus den Herrn verlaͤngnet haben.
Von der Terraſſe des Kloſters, in welchem wir wohnten, hatten wir eine herrliche Nusſicht auf den Delberg, den Berg Zion, und auf jeden Theil der Stadt, welcher ſich in neuern Zeiten ſo ſehr ver⸗ kleinert hat, daß man ihren Umfang nicht uͤber vier


