Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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wohl in Anſehung der Bauart der vornehmſten Ge⸗ baͤnde, als der Lage der Stadt, neu und im Ganzen außerordentlich ſchoͤn und maleriſch war. Den 18. April hatte die Geſandtſchaft die erſte Vorſtellung bei dem Groß⸗Vezier. Er waͤhlte dieſen Tag deßhalb, weil derſelbe zur feierlichen Einweihung ſeiner Fahne vor ſeinem Ausruͤcken in das Feld, und vor ſeiner 8 Erhebung zum Paſcha von drei Roßſchweifen be⸗ ſtimmt war. Unter Bedeckung eines Janitſcharen⸗Korps, und in Begleitung eines Dolmetſchers fuͤhrte man ſie nach der hohen Pforte. Man ließ ſie in ein Zimmer tre⸗ ten, aus welchem ſie eine Ausſicht auf die Halle des Divan, und auf einen großen Hof hatten, in welchem

eine ſehr große Menge von Tuͤrken bei dem Gebete verſammelt war. Kurz vor Mittags trugen verſchie⸗ dene hohe Staats⸗Beamte die Fahne mit großer Feier⸗ lichkeit aus der Halle an die Treppenſtufen; an der Spitze des Aufzuges befanden ſich die verſchiedenen religioͤſen Sekten, der Mufti, Imans, Derwiſche u. ſ. w. Nach Wiederholung eines feierlichen Gebe⸗ tes, an welchem auch die Zuſchauer Theil nahmen, und nach der Bemerkung des Mufti, daß die Sonne den Meridian erreicht habe, wurde die Fahne in die Höhe gerichtet und aufgepflanzt. Nach dieſer Zere⸗ monie opferte man 12 Schafe, und beſtrich den unter⸗ ſten Theil der Fahne mit dem Blute derſelben. Hier ſollte ſie 40 Tage bleiben; alsdann ſollte der Grot⸗