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ſten Gruͤne bedeckt war. Anch zeigten die hier anßoſ⸗ ſenden Berge ein uͤppiges Wachsthum, welches die zahlreichen Schluchten an ihren ausgetackten Seiten bekle idete, und den Haufen von maleriſch ausſehenden Huͤtten Schutz gewaͤhrten, welche von Oſſitanern bewohnt, gewoͤhnlich um die Ueberreſte eines alten Thurmes ſtanden, der in alten Zeiten die Engpaͤſſe beherrſchte, und gegen Einfaͤlle der feindlichen Stam⸗ me geſchuͤtzt hatte. Noch ehe wir unſere Reiſe zur Haͤlfte zuruͤckgelegt hatten, uͤberraſchte uns das Dun⸗
kel der Nacht; der Regen ſtuͤrzte in Stroͤmen herab,
und vermehrte die Unannehmlichkeit der ſteilen Anhoͤ⸗ hen, welche wie Reihen von Furchen auf einem ge⸗ ackerten Felde an unſerem Wege lagen. Den ermuͤ⸗ deten Pferden kamen die Soldaten durch ihren Bei⸗ ſtand zur Huͤlfe. Ein ſchneidender Wind durchdrang uns mit Kaͤlte. Die Finſterniß nahm auch ſo zu, daß ich als der Schnee dicht herabfiel, keinen Schritt weit ſehen konnte.
18. Zum letzten Mal uͤber den Terek geſetzt, ka⸗ men wir, vor Kaͤlte und Naͤſſe faſt todt, um 14 Nachts bei dem Poſten Kobi an, wo ich mich bei einem herrlichen Feuer trocknete und erguickte. Die Nacht war außerordentlich kalt und das Reaumur'ſche Ther⸗ mometer zeigte 9 Grad unter dem Gefrierpunkte. Nicht weit von Kobi wird der Terek durch das Waſſer des Litri Dskali vermehrt, macht ſogleich nach dieſer Vereinigung Wendungen und fließt von We⸗


