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einige Zeit verſchoben. Dieſen benuͤtzte ich, um die Gegend, welche wir am vorhergehenden Abende durch⸗ reist hatten, zu unterſuchen. Die Redoute des ruſ⸗ ſiſchen Poſten Derial, in der gigantiſchen Kluft gleichen Namens gelegen, echaͤlt durch die uͤber ſie heruͤberhaͤngenden ungeheueren Felſen⸗Maſſen eine ſchreckliche Lage. Auf einem dieſer Vorgebirge, wel⸗ che uͤber das linke ufer des Terek heruͤberhaͤngen, erblickt man die Ueberreſte eines alten Kaſtells. Nach muͤhſamen Hinaufklettern fand ich, daß die Ruinen aus einem ſtrken viereckigen Thurme beſtanden„ mit dicken maſſiven Mauern, um denſelben einen Raum einſchließend, welcher fuͤr eine Beſatzung von mehre⸗ ren 100 Mann hinreichend war. Dieß ſchien die Zi⸗ tadelle des Paſſes zu ſeyn. Die Seite des Berges binter dem Thurme enthielt eine muͤhſam ausgehau⸗ ene Waſſerleitung. Vom Kaſtelle fuͤhrt ein unterir⸗ diſcher Gang zu den Fluß-ufern, welcher wahrſchein⸗ lich mit andern Werken in Verbindung ſteht, welche ſich unten befinden moͤgen, um den Eingang in das Thal noch unmittelbarer zu verhindern. Der Paß iſt an dieſer Stelle nicht mehr als 30 Pards breit.
16. Von Derial verlor unſer Weg nichts an ſeiner duͤſtern Pracht bis zu einem Engpaſſe, wo wir eine Stelle beſonders wild, und zu den Zwecken ſeiner letzten Bewohner ſehr geeignet fanden. Mit einer verſtaͤrkten Bedeckung ſetzten wir ohne Hinderniß un⸗ ſere Reiſe fort, obwohl mehrmal verſchiedene Raͤnber⸗


