Am Tage unſererAnkunft iu Khama ridſſch beklagte ſich unſer Mehmandar uͤber den Verluſt ſeines Siegels. Denn da Briefe und Papiere vonLohnſchreibern geſchrieben werden, ſo kann eine Handſchrift ſelten den Ausſchlag geben. Die Perſer brauchen, wie uͤber⸗ haupt die Morgenlaͤnder, ſtatt handſchriſtlicher Unter⸗ zeichnung nur ein Siegel, auf welchem ihr Name iſt. Guͤltig oder unguͤltig iſt eine Handſchrift nur durch das Siegel. NRicht ſelten fuhren die Perſer 2 Siegel⸗ Erlaſſen ſie eine Schrift, welche anzuerkennen, ihnen ſpäter ſchaden koͤnnte, ſo brauchen ſie ihr zweideutiges Siegel; außerdem druͤcken ſie das geſetzlich guͤltige unter. Am 2. April erſtiegen wir die ſchwierigen Bersg⸗ Päſſe Mullu, Khiſt und Khamridſch ohne Ge⸗ fahr. Durch dieſe Bergthaͤler windet ſich ein Fluß⸗ dringt in die Ebene von Daſchtißen, und faͤllt endlich bei Nohilla in die See. In der Naͤhe von Schapur, welches wir wieder beſuchten, hat er ſeine Duelle, iſt am Ausfluße ſuͤß, und wird, wo er in die
Gebirge tritt, von dem ſalzigen Boden ſalzig. Ein
kleinerer Strom deſſelben Fluſſes geht, ehe er den Salzboden erreicht, rein in die See.
Von Kaſſerun machten wir einen Ausflug nach den Truͤmmern von Schapur, wo wir bei dieſem Beſuche nicht vielmehr, als bei dem erſten ſahen. Waͤhrend dieſer Zeit jagte unſer Mehman dar und priete des Jagens muͤde, ein Lamm, welches er in


