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war das Gold und Silber nebſt den Juwelen des Kai⸗ ſers aufbewahrt. Nachdem wir uns in den Baͤdern und andern Palaͤſten umgeſehen hatten, kamen wir an einen Platz, in welchem nach dem Vorgeben der Mohren, Muhameds Schriften verwahrt lagen. Auch zeigte man uns ein mit hohen Mauern umge⸗ benes Gebaͤude, welches Muley Ismael zu ſeinem Begraͤbniſſe gewaͤhlt haben ſoll. Von dieſem kamen wir auf ein breites Feld, auf welchem eine große Menge Ratten in der Erde, wie Kaninchen wuͤhlten, und uns ungeſcheut bis auf acht Schritte nahe ließen. Wenn wir bei ihnen voruͤber waren, kamen ſie aus ähren Loͤchern hervor, und bedeckten durch ihre Menge die ganze Flaͤche. Am Ende dieſes Feldes lag ein Granatapfel⸗Garten in einem tiefen Thale, uͤber wel⸗ chem der Kaiſer von dem Gipfel der einen Hoͤhe bis zu der andern eine ſtarke Bruͤcke bauen ließ, damit man deſto bequemer uͤber dieſes Thal kommen koͤnne. Am Ende der Bruͤcke war ein gemauerter Damm an⸗ gelegt, welcher eine ſtarke haibe teutſche Sil lang iſt.
Der ganze kaiſerliche Palaſt hat ungefaͤhr eine teutſche Meile im Umkreiſe, und iſt auf einer Ebene in der Geſtalt eines Vierecks angelegt. Er iſt aus ſehr gutem Kalk ohne einige Steine erbaut, und dieſer Kalk iſt ſo dicht geſchlagen, daß die Mauern wie aus einem Stuͤcke zu ſeyn ſcheinen. Die Gebaͤude ſind nach dem heißen Klima eingerichtet, die Zimmer tief⸗


