135 tranken, Ko wurden ſie ſo berauſcht, daß ſie die Treppe
herabgefuͤhrt werden mußten. Der Gouverneur hielt
ſich ſo ziemlich, als er aber in die freie Luft kam, fing er an zu taumeln, zog vom Leder, und hieb auf ſeine eigenen Leute.
Unſere Zeit hrachten wir in Tetuan mit Reiten, Fiſchen, Schießen und Beſuchen der Gaͤrten recht gut zu. Die Einwohner behandelten uns ſehr hoͤflich, weil der Baſſa mit dem Tode Jedem drohte, welcher uns zu beleidigen wagte.
Tetuan, das Detuanum der Roͤmer, eine ſehr alte Stadt, iſt die Reſidenz eines Baſſa, und lient am Meerbuſen des Herkules auf einer ſteini⸗ gen Anhoͤhe zwiſchen zwei großen Gebirgen, 1 1/2 Meile von der See. Das Kaſtell liegt hoͤher, als die Stadt. Im Thale fließt ein kleiner Strom, welcher die ſchmalen Fahrzeuge bis nach Martin, 4/2 Meile von der See, bringt. Laͤngs der Kuͤſte ſind Wacht⸗ thuͤrme, auf welchen bei feindlichen Landungen Feuer unterhalten werden, um durch dieſe die benachbarte Gegend zu den Waffen zu rufen.
Die Stadt iſt ſehr volkreich, und hat eine ge⸗
ſunde Lage, aber ſehr arme Einwohner, weil ſie ſonſt weiter kein Vermoͤgen haben, als was ihnen der Baſſa
laſſen will. Die Straßen ſind ſehr enge und ſchmal, die Haͤuſer aber ganz artig gebaut; ſatt der Fenſter ſind in den Zimmern bloße Loͤcher angebracht, durch welche man auf die Strahe ſieht; das Lageslicht wird


