Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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Außer dem Nil⸗Thale wird gewöhnlich noch das große Berg⸗Land zu Aegypten gerechnet. Mit dieſem Namen hezeichnet man den Strich Landes zwi⸗ ſchen dem arabiſchen Meerbuſen und dem sßtlichen Nil, mit Inbegriff der ſogenannten Haſen auf der weſtlichen und lybiſchen Seite. Das fruchtbare Nil⸗ Thal iſt naͤmlich auf beiden Seiten mit unfruchtbarer Natur umgeben, und von kahlen Gebirgen und Sand⸗ wuͤſten eingeſchloſſen. Nur in der lybiſchen Wuͤſte ſindet man einige hoͤchſt fruchtbare Daſen, die wie reitende Inſeln in einem Dzean von Sand erſcheinen.

Das merkwuͤrdigſte in Aegypten bleibt immer der Nil⸗Strom. Dhne dieſen waͤre in dieſem Lande nie eine Kultur empor gekommen. Phne ihn waͤre dem Menſchen⸗Geſchlechte nie von dorther ſeine erſte Erziehung und Ausbildung geworden. Dhne ihn waͤre gewiß das fruchtbare, volkreiche und geſegnete Aegyp⸗ ten traurig und oͤde, wie Lybien's Wuͤſte, von der es umgeben iſt. Der Nil hat ſeinen urſprung in Abyſſinien, in einer der vielen Bergquellen, wel⸗ che daſelbſt durch den anhaltenden Regen entſtehen. Che noch der Nil nach Nubien kommt, iſt er ſchon ein anſehnlicher Strom, weil er viele der erwaͤhnten UQuellen bis dahin in ſich aufnimmt. In Nubien aber wird er noch einmal ſo groß, weil er ſich da mit dem ſogenannten weißen Fluße vereinigt. Dieſer, ſo groß wie der Nil ſelbſt, heibt ſo von ſeinem Waſ⸗ ſer, welches von dem Grunde, uͤber den es fließr⸗