47
ſchen, die man fuͤr unheilbar hielt, Laudanum(R- quidum) Sydenhami zu geben, wovon 13 oder 16 ſtarben, die uͤbrigen aber durch dieſes herviſche Mit⸗ tel genaſen.“
Auf dieſelbe Weiſe äußert ſich auch der Englaͤnder Wittmann in der Beſchteibung ſeiner Reiſe durch Klein⸗Aſien, Syrien und Aegypten. Ader (im 1. Bd. des aͤgyptiſchen und ſyriſchen Fe d⸗ zuges) ſchreibt:„Die Peſt war im Lager vor Aere ausgebrochen, und bei dem Abmarſche der Armee wa⸗ ren etwa so Soldaten von dieſer Epidemie im hoͤch⸗ ſten Grade ergriffen. So groß auch die Gefahr ihrer Naͤhe war, nahm man dennoch keinen Anſtand, ſie im Gefolge der Armee mit ſich fortzuſchaffen, und ſo wurden ſie bis nach Jaffa gebracht. Hier aber be⸗ gann die unermeßliche Einoͤde der Wuͤſte, in welcher ſie unfehlbar einem langſamen Todeskampfe erliegen mußten. Das Leben von 10,000 Franzoſen war durch die Beruͤhrung mit dieſen unglucklichen gefaͤhrdet. Jedermann ſah die ſchmerzliche Rothwendigkeit ein, ſie verlaſſen zu muͤſſen, und die Ausſicht, daß ſie le⸗ bend in die Haͤnde des wilden Dſchezzar's fallen wuͤrden, erregte Schauder. Napoleon beſchloß deß⸗ halb, ſie dieſen ſchrecklichen Martern zu entziehen, und ihnen die Wohlthat des Lodes ſchneller herbei zu fuͤhren. Allein dieſer Gedanke, welcher wohl im Alterthume nicht verworſen worden waͤre, widerſtrebtd den Ideen der Neueren, und der Feldherr fand von


