den Vorzug ſtreitet, lockte unſern Reiſenden in die Ruinen von Pharaͤ. Das Feld war noch gruͤn, und mit Blumen geſchmuͤckt. Die Luft war angenehm und ſanft; ein leiſer Zephir gab dem Herzen Springkraft und Lebhaftigkeit; die Nachtigall ſang, unter dem Laube verſteckt, ihr letztes Lied. Es war s Uhr Mor⸗ gens. Sich Koͤnig der Welt duͤnkend, ritt Sero⸗ fani am Ufer eines Baches dahin, der ohne Zweifel Pierius war. Gern lauſchte ſein Ohr dem Geſange der Baͤuerinnen, die Oliven ſammelten, und den Lie⸗ dern der Winzer, die roͤthliche Trauben kelterten.
Pharaͤ, heutiges Tages Savaral genannt, iſt ein Dorf, zwei Stunden von Patraͤ, und wird bloß von Schaͤfern bewohnt. Munter bloͤckten die Heer⸗ den, und heitere Lieder ſangen die Schaͤferinnen, die dort molken. Die Ruinen vom alten Pharaͤ ſind unbedeutend. In der Naͤhe war einſt ein Lorbeer⸗ wald und ein Eichenhain. Der letztere iſt groͤßten⸗ theils noch vorhanden; aber er ſcheint ſich ſeinem Un⸗ tergange zu naͤhern.
Nachdem Serofani anderthalb Tage eine von Natur ebenſo fruchtbare Ebene, als ſie oͤde und unge⸗ baut iſt, durchwandert hatte, langte er zu Chia⸗ renza*) an, um da zn uͤbernachten. Die Sonne
*) Eine Stadt in Achafa, auf einem Huͤgel, jetzt ſehr verfallen, ehemals ein guter uit


