98 Serofani iſt jetzt wieder zu Schiff zwiſchen den
Stagten des ulyſſes und Pelopones. Vor ſch
eiferfuͤchtig, und begehen daher oft ſchreckliche Mordthaten. Die Zantioten ſind gute Schuͤtzen. Die Baumfruͤchte der Inſel ſind herrlich, beſon⸗ ders Pfirſchen, Dranßen und Korinthen. Die Ausfuhr der letzteren Früchte wirft jaͤhrlich viel⸗ leicht 42 Millionen Einkuͤnfte ab. Die Inſel iſt ſchoͤn, nur den Erdbeben zu oft ausgeſetzt; das beweiſen ihre Erdpech⸗Quellen, welche von vul⸗ kaniſcher Materie im Innern der Erde zeugen. „Ueber die vielen Mordthaten der Zantioten fuͤhrte ein Prieſter eine Liſte, und in einem Zeit⸗ raume von drei Jahren waren derſelben nicht weniger, als 2000 veruͤbt worden, und nur ein einziger Meuchelmoͤrder war mit dem Tode be⸗ ſtraft.(Vergl. Mephanopoli's Voyage en rece I. Tom. p. 94.)
Die Stadt Zante liegt in der Mitte der Inſel auf der oͤſtlichen Seite an einem Gebirgs⸗ äbhange bis gegen das Meer herab. Die Haͤuſer ſind wegen der Erdbeben nur ein Stockwerk hoch, und liegen zwiſchen Garten zerſtreut. Das Sit⸗ tenverderbniß iſt hier groß, das herrſchende La⸗ ſter der Meuchelmord, die Regierung die ſchlech⸗ teſte. Die Einwohner von Zante ſind nicht ſo gaſtfrei als jene von Cephalonia. Das Frauenzimmer vegetirt in einer Art von Knecht⸗ ſchaft, und beſchaͤftigt ſich zu Hauſe mit dem Spinnen der Baumwolle. Die Erziehung in den erſten Haͤuſern iſt mittelmaͤßig; der aͤlteſte Sohn ſtudirt die Rechte oder Mebiein, der zweite wird Voͤnch, der dritte ein Landwirth.(Vergl⸗ St. Sauveur.)


