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Unſer Reiſender naͤhert ſich der Inſel Zante, aus welcher Dions Meuchelmoͤrder geboren war; nach dem Zeugniſſe Plutarchs brachten die Zan⸗ tioten einſt ihre Zeit mit oͤffentlichen Aufzuͤgen zu; ſie waren rachſuͤchtig und feige, lauerten ihren Feind im Ruͤcken auf, und meuchelmordeten ihn. Die⸗ ſes Gemaͤlde paßt noch heute ſo gut auf die Einwoh⸗ ner dieſer Juſel, daß ich glauben moͤchte, man habe entweder die Stelle jetzt erſt in den Plutarch eingeſchoben, oder dieſer Schriftſeller ſchreibe noch an ſeiner Geſchichte. Plinius irrt ſich, wenn er
die Inſel Zante als fruchtbar ſchildert, und das
Gebirg Seopo praͤchtig nennt. Das war zu ſeiner Zeit gerade umgekehrt der Fall. Unter den Wein miſcht der Zantiote noch wie
zu Pauſfanias Zeiten Gyps, und vielleicht ruͤhrt
daher ſeine Erdfarbe im Geſichte. Der Gyks iſt be⸗ kanntlich fuͤr den Magen ein Gift, deos ſcheint aber dem nuwiſſenden Zantioten entgangen zu ſeyn. Zum Ungluͤcke iſt die sanze Inſel voll von Gypsgru⸗ ben, und ſelbſt alle Quellen nehmen in denſelben ihren Urſprung.
Im Ganzen iſt das Aeußere der Zantioten
zuruͤckſchreckend, und man ſeufzt uber ihre Dummheit.
Aus der Beobachtung des Frauenzimmers in ei⸗ nem Lande kann der Reiſende den Grad der Civiliſa⸗ tion daſelbſt bemeſſen. Sind die Frauen ſchoͤn, ſo ſind ſie gewoͤhnlich auch menſchlich und mild geſinnt, und


