Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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haft, wie die Athener, und beſchaͤftigen ſich mehr mit Koͤrpers⸗ als mit Geiſtesuͤbungen. Nichts deſtoweni⸗ ger erzeugte Theben einen Epaminondas, Ana⸗ ris, Dionyſiodor, die Dichterin Korinna, und die beruͤhmten Dichter Heſiod und Pindar. Die Boͤotier haben viel Hang zur Muſitk. In ganz Boͤotien iſt der Winter ſehr ſtrenge, zu Theben faſt unertraͤglich; im Sommer athmet man hier die ſanfteſte Luft; die kuͤhlen Quellen und die lange gruͤ⸗ nenden Felder gewaͤhren einen herrlichen Anblick. Die Thebaner ſind tapfer, uͤbermüthig, keck und ruhm⸗ ſuͤchtig. Die Frauen ſind groß, wohl gewachſen, meiſt blond, ihr Gang edel und ihr Putz geſchmackvoll. Ihre Stimme toͤnt ſehr ſanft und empfindungsvoll; die Stimme der Maͤnner iſt rauh, angenehm und in gewiſſer Art mit ihrem Charakter uͤbereinſtimmend. Laͤngs des ziemlich großen See's Hylika begaben wir uns an die Ufer des See's Kopais, deſſen Um⸗ fang 380 Stadien betraͤßt; in der Gegend zu dem Meere endigt ſich der See in drei Buchten, welche bis an den Fuß des Ptous, der zwiſchen dem Meere und dem See liegt, ſich ausdehnen. Aus der Tiefe ieder Bucht gehen eine Menge Kanaͤle, deren einige dreißig Stadien, andere noch viel laͤnger ſind. Dieſe Kanaͤle, welche große Unterhaltung fordern, werden heut zu Tage ſehr vernachlaͤſſigt, die meiſten ſind ver⸗

ſchuͤttet, und der See ſcheint uber die Ebene zu ge⸗ winnen.