Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Die meiſten Athener tragen bloß eine Tunica, welche bis auf die halbe Wade reicht, und daruͤber ei⸗ nen Mantel, welcher ſie faſt ganz bedeckt. Viele gehen barfuß; andere bedecken den Kopf. Bei dem Aus gehen tragen die Frauen einen Schleier. Das Volk kleidet ſich in ungefaͤrbtes Tuch, die Reichen ziehen das gefaͤrbte vor. Die Scharlach⸗ und Purpur-Farbe wird ſehr geſchaͤtzt. Die Athenerinnen faͤrben ſich die Augenbraunen ſchwarz, und bedecken das Geſicht mit einer Lage von Bleiweiß, welches ſtark mit Roth ver⸗ ſetzt it. Die Haare kraͤnzen ſie mit Blumen, und beſtreuen dieſelben mit einem gelben Staube. In ihre Zimmer geſperrt entbehren ſie des Umganges ib⸗ rer Gatten. Das Geſetz erlaubt ihnen nicht, am Tage guszugehen, gewiſſe Faͤlle ausgenommen; und zur Nachtzeit nur in einem Wagen und mit einer Fackel. Im dritten Jahre der 104, Dlympiade reiſten wir von Athen nach der Meerenge von Korinth, be⸗ ſtiegen zu Pag ein Schiff, liefen in dem Meerbuſen von Kriſſa ein, und landeten in Cirrha, einer

kleinen Stadt am Fuße des Berges Cirphis. Ein

Pfad fuͤhrte uns zur Stadt Delphi am Abhange

des Parnaß. Dieſer iſt eine Bergkette, die ſich

gegen Norden erſtreckt, und an ihrer ſuͤdlichen Seite in zwei Spitzen ſich endet, unter welchen Delphi liegt, welches ſechzehn Stadien im Umfange hat, und ohne Mauern durch jaͤhe Abgruͤnde von drei Seiten geſchuͤtzt wird.