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XVIII. Nachdem ich mich 6— Tage in Arde⸗ bil aufgehalten, ſchickte ich mich zur Reiſe nach De⸗ heran an. Abbas Mirſa ſchenkte mir ein Pferd nebſt verſchiedenen Stoßen, Shawls und einen mit Steinen beſetzten Dolch. Der Weg von Ardebil nach Kalkhal war minder ſchwierig. Wir hatten friſche Luft, und entdeckten von Zeit zu Zeit ſchoͤne Landſchaften auf den Gebirgen, welche das Uferland des katpiſchen Meeres beherrſchen. Das Klima des Theiies von Ghilan, welchen wir links ließen, iſt wie das von Maſanderan, aͤuſſerſt ungeſund und feucht. Maſanderan liefert Oranßen und Citro⸗ nen in Menge, auch eine Art Zucker⸗Rohr. Wegen Unkunde der Zubereitung wird der gewonnene Zucker gelb. Bevor wir nach Kalkhal kamen, gingen wir durch Herez und Ghendſſchia, wo wir vortreff⸗ lich aufgenommen wurden.
XIX. Kalkhai liegt zwiſchen Felſen, aber eine ſchoͤne friſche Quelie verbreitet Kuͤhlung und Frucht⸗ barkeit in die umliegenden Thaͤler. Nicht weit von da ſieht man wohlerhaltene Ueberbleibſel einer alten Straße. Den 24. Mai reiſten wir ab, und kamen in zwei Tagreiſen nach Zenghian, in das Land Khamſeh, welches einen Dheil des perſiſchen Irak ausmacht. Die fuͤnf Staͤdte, welche der Name Kham ſeh bedeutet, ſind außer Zengian, Abher, Farum, Ghelab, Arman⸗Khaneh und Zer⸗
zin⸗Abad.


