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Geheimniß ab, und alle Qualen der Verzweiflung fullten nun ihr Herz, da ſie den Gemahl in ſolcher Gefahr wußte. Sie ſchwur, ihre Wohnung nicht ohne ihn zu ver⸗ laſſen und an keine Sicherheit ihrer Perſon zu den⸗ ken, wenn ſie nicht mit ihm vereint fliehen könne. Ihr Jammer zerſchnitt des Vaters wie des Bruders Herz, und der letzte gab endlich ihren Bitten nach, mit Dienern des Marſchalls und geſchützt von die⸗ ſen, auszugehen und den Bedrohten außzuſuchen, ehe das Ungewitter losbreche. Der Kammerherr ver⸗ riegelte die Thuͤren und verließ ſic. Aber vergebens war ſein Gang, denn er wurde von herumſtreifenden Patrouillen aufgehalten, und jeder— zu ent⸗ rinnen, war unmoͤglich.
Die fuͤrchterlichſte Angſt h dir gutuch gebliebenen; Henriette will beten, ſie vermag es nicht. Da ſchlaͤgt die verhaͤngnißvolle Fruͤhmetten⸗ glocke auf dem Thurme der Abtei St. Germain 'Aurerrois und die Sturmglocken von Paris heulen das graͤßliche Signal zum unerhoͤrteſten Meuchel⸗ morde. Der Herzog von Guiſe ſtand an der Spitze der Blutgierigen und Coligni fiel als das erſte Opfer ſeiner Rache. Nachdem ſein Leichnam gemiß⸗ handelt war, wälzte ſich die entmenſchte Rotte durch die Straßen und mit ihr der blutige Mord. Die
edelſten Calviniſten fielen. Sie wurden im Schlaf
uͤberfallen und gemeuchelt. Alle Thüren der Haͤu⸗ ſer, wo Hugenotten wohnten, wurdem“ Aufgoſchlagon und das Verderben hatte dann freit Bahn. Die


