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mal Roſſe da oben geweſen ſein müſſen? Dieſes Stück Hufeiſen“, fuhr er nach einer Pauſe fort,„iſt daher für unſere Hiſtoriker ein wahrhaft unſchätzbarer Fund, eine wahre rarissima avis. Ich werde in der nächſten Verſammlung unſeres Alterthumsvereins in Salzburg darüber einen Vortrag halten, der Hände und Füße hat.“
„Je nun“ meinte Edmund,„wenn es nach Eurer unmaßgeblichen Meinung unmöglich iſt, daß ein Roß die Reitalp zu beſteigen vermag, ſo liegt ja hinſichtlich dieſes Hufeiſens die Annahme nicht fern, daß irgend ein Alpengeier den Fuß eines irgendwo gefallenen und halb verfaulten Roſſes nach jener Höhe getragen hat. Be⸗ kanntlich gehören halbverweſte Thierleichname zu den Lieblingsſpeiſen der Gebirgsadler.“
Der Profeſſor ſtarrte den Sprecher eine geraume Zeit mit offenem Munde an. Sein antiquariſches Räthſel fand durch dieſe Annahme die natürlichſte Auflöſung. Und an dieſen Fall hatte er bei all ſeiner Gelehrtheit nicht im entfernteſten gedacht. Er ärgerte ſich, nicht darauf gekommen zu ſein, hauptſächlich aber darüber, daß ihm jetzt eine unſchätzbare Gelegenheit entging, ſeinen Fund zum Gegenſtande einer gelehrten Unterſuchung zu machen. Er nahm ſehr verdrießlich eine Priſe und erwiderte nichts als ein trockenes:„Hm, hm!“


