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auserkoren. Der Brief Koſſuth's, den ſie ſtets auf dem Herzen getragen, mußte ihr mit in das Grab gegeben werden. Mit dem Heimgange dieſer Tochter Ungarns erloſch einer der ſchönſten Sterne edler weiblicher Hin⸗ gebung und Opferfreudigkeit für das Vaterland.
Kurz vor ihrem Hinſcheiden hatte ſie gefragt:„Wie alt ſind die Pinien, die meiner Großmutter Grab be⸗ ſchatten?“—„Zehn Jahre“, war die Antwort geweſen.„Und wie alt werden ſie?“—„In die hundert Jahre“, hat der Beſcheid gelautet.„Wohlan“ ſind ihre letzten Worte ge⸗ weſen,„ſo werden ihre Kronen dereinſt über meiner Aſche in freien Lüften des Ungarnlandes grünen.“
Wenige Monate folgte ſeiner edlen Tochter der Graf
tanislaus im Tode nach. Graf Thomas, der mehr⸗ monatliche Gaſt auf Bardy-Caſtell, war nach ſeinen Gü⸗ tern zurückgekehrt und bemüht, in die durch den Krieg entſtandene Zerrüttung wieder einige Ordnung zu bringen.
So lebte von der Familie Bardy nur noch Graf Stephan einſam auf Bardy Caſtell. Er vertrieb ſich, wie wir geſehen haben, die Einſamkeit mit Studien. Seine Abſicht war, mit nächſtem Frühjahr eine Reiſe durch Deutſchland, Frankreich und Italien anzutreten und ge⸗ raume Zeit im Auslande zu verleben.
Eines Tages ſaß er wieder in ſeinem Kartenzimmer,


