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kein Laut war mehr vernehmbar. So lag ſie eine ge⸗ raume Zeit, als ſei alles Leben entwichen. Da überzog ſich ihr Antlitz allmälig wie mit einem Verklärungs⸗ ſchimmer. Es ward geiſtig ſchön, und die Züge zeigten von einer überirdiſchen Seligkeit. Ihre Stimme erhob ſich von neuem, aber klangvoll, und in geiſterhaftem Prophetentone verkündete ſie die Zukunft des Un⸗ garnlandes.
„Noch einen Kampf“, waren ihre Worte,„in nicht allzu langer Zeit, und Ungarnland wird auferſtehen herr⸗ lich und ſchön wie nie zuvor. Die Sünden der Väter ſind geſühnt. Sein Korn wird wieder grünen, ſeine Reben blühen, aber ein freies, edleres Geſchlecht wird wandeln durch die Fluren. Des Adels Macht iſt ge⸗ brochen, der freie Bürger erfreut ſich des Fleißes ſeiner Hände und dem Landmann wird die gerechte Ehre. Freiheit und Frieden werden wohnen in Palaſt und Hütte.“
Nach dieſen Worten ſank ſie ſtill zurück und war nicht mehr; aber noch im Tode leuchtete ihr Antlitz in ſeliger Verklärung.
Graf Stanislaus, Etelka, der Arzt und eine Die⸗ nerin waren auf die Kniee geſunken und beteten für die Seele der ſelig Vollendeten. Dann drückte der tiefbe⸗ wegte Sohn der alten Mutter ſanft das lebensmüde Auge zu.


