Teil eines Werkes 
3. Band (1866)
Entstehung
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Grazie. Ihre Augen glänzten mit jugendlichem Feuer. Aus ihrem Antlitz ſprach die reinſte Güte. Sie ging ganz ſchwarz gekleidet. Als die Südſlawen ins Land gefallen, war ſie im Ständehauſe erſchienen, und in ſchwarzer Kleidung hervortretend, ſagte ſie mit feierlich erhobener Stimme, ſie werde dieſe Trauertracht nicht ablegen, bevor nicht das Vaterland gerächt und frei geworden.

Im Zimmer befand ſich ihre jüngſte Tochter, deren Bekanntſchaft Etelka erſt ſeit kurzem gemacht hatte. Die junge Frau war bereits Wittwe und dermalen Vor⸗ ſteherin ſämmtlicher Hospitäler in Ungarn, in welcher Stellung ſie ſich die namhafteſten Verdienſte erwarb. Auch in politiſchen Angelegenheiten blieb ſie nicht ohne Einfluß.*) Als das Geſpräch auf Görgei kam, theilte Frau von Meßlenhi, dies war Name von Koſſuth's Schwe⸗ ſter, ganz die Anſicht und den Verdacht Etelka's.

Letztere fühlte ſich nach den mehrwöchentlichen Stra⸗ pazen, Aengſten und Fährlichkeiten ungemein wohl in dem traulichen Familienkreiſe und in dieſen zwar nicht luxuriös, aber ſehr wohnlich ausgeſtatteten Räumen. An

*) Dem Gouverneur von Ungarn lebten außerdem noch zwei ver⸗ heirathete Schweſtern, beide von ungemein ſanftem Charakter, die aller Politik fern blieben.

Stolle, Von Wien nach Vilagos. 1I 2