Teil eines Werkes 
3. Band (1866)
Entstehung
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war liebkoſend bemüht, die Schwermuth der armen Ge⸗ fangenen zu verſcheuchen.

Willſt Du auch gar nicht wieder lächeln, Du holde Blume des Abendlandes? fragte im weichſten Tone Smiljana.Siehe, ich habe Dich ſo lieb und Dein Weh bricht mir das Herz.

Mein gutes Kind, erwiderte Veronika und glät⸗ tete mit weicher Hand das ſeidene Haar des holden Mädchens,wie ſoll ich Dir danken für Deine Liebe; aber verlange nicht Unmögliches. Eine Unglückliche wie ich verlernt wohl das Lächeln.

Mein Vater, tröſtete Smiljana,gibt Dich ge⸗ wiß recht bald frei und ohne alles Löſegeld. Er liebt Dich gar ſehr, weil Du meiner Schweſter Aloyſia ſo ähnlich ſiehſt, nur daß Du viel ſanfter biſt als die Ge⸗ ſtorbene.

Ach, ſeufzte Veronika,um mich allein iſt es auch nicht. Ich fürchte ſelbſt den Tod nicht. Aber das Schickſal meines deutſchen Anverwandten bekümmert mich tief. Er war mir ſo lange Zeit ein treuer Pfleger und Be⸗ ſchützer; er wird ſich in tödtlicher Angſt meinetwegen befin⸗ den. Da er gewiß Alles aufbietet, meinen jetzigen Aufent⸗ halt ausfindig zu machen, wie leicht kann er den wilden Männern in die Hände fallen, die mich raubten. Sein Untergang iſt dann ſicher und ich ſehe ihn nie wieder.