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Reiter herabgeſchoſſen iſt, ſo wird der Vater zehn Va⸗ terunſer beten für den gefallenen Sohn, die Schweſter drei Sonntage lang nicht in die Schenke gehen, wo die Zigeuner ſpielen und die jungen Burſchen tanzen, die Mutter wird ſich blind weinen, aber von der alten Els⸗ beth eine Salbe holen und wieder geſund werden; die braune Lieſel jedoch hat kein Futter mehr genommen aus fremden Händen und iſt abgemagert vor Kummer und geſtorben nicht lange nach ihrem Herrn. Als ſie eines Tages ankam vor dem Hausthor mit blutigem Sattel, zerzauſten Mähnen und zerriſſenem Riemzeug, da wußte man ſchon, daß ſie nicht viel Hafer mehr freſſen würde. Man gönnte ihr aber gern einen Winkel im Stalle, wo ſie geſtorben iſt. Die ganze Familie trauert:„Das arme Thier! Einen Stein könnt's erbarmen. Herr Jeſus, laß es drüben ſeinen Herrn wiederfinden, Amen!““
Alle Zuhörer waren bewegt, Benno aber erhob ſein Glas.
„Gott erhalte dem Ungarnlande“, rief er„ſeine braven Huſaren und Honveds, und es wird nimmermehr untergehen!“
„Eljen Huſaren und Honveds!“ tönte es begeiſtert
an der ganzen Tafelrunde und die Gläſer voll des edlen
Ungarweins klangen klirrend an einander.
Ende des zweiten Vandes.


