148
ten der Palaſt des Palatins, die Pfarrkirche und zahl⸗ reiche andere Gebäude.
Mit großer Behendigkeit traf man jetzt ſeitens der Ungarn alle Vorkehrungen zum Sturme. Strick⸗ leitern, Stangen, Haken. Wurf⸗ und andere Geräth⸗ ſchaften aller Art zum Erſteigen der Wälle wurden während der Nacht herbeigeſchafft. Bevor der Sturm begann, erließ Görgei einen Aufruf an Freiwillige, welche ſich an die Spitze ſtellen und die Sturmcolonnen führen ſollten. Die erſten, die ſich meldeten, waren fünfundzwanzig Rothkappler. An ihrer Spitze ſchritt Ladislaus. Dieſe kühnen Krieger waren die letzten von einem ganzen Bataillon. Görgei umarmte den Führer Dann drückte er jedem einzelnen der Mannſchaft die Hand. Ladislaus hatte in zahlreichen Gefechten vergebens den Tod geſucht. Die Wunde ſeines Herzens, die ihm das ſerbiſche Mädchen geſchlagen, war noch nicht ge⸗ heilt. Bei dem bevorſtehenden Sturme hoffte er die er⸗ ſehnte Ruhe zu finden.
Die Feſtung war an der Seite, wo man den Sturm zu erwarten hatte, illuminirt. Von den höher gelegenen Punkten des ungariſchen Lagers konnte man deutlich die Bewegungen der Belagerten wahrnehmen. Es fand dort ein reges Leben und Treiben, ein geſchäftiges Hin⸗ und Her⸗


