Da die Geſellſchaft mit andächtiger Stille ſeinen Worten lauſchte, erzählte er weiter:„Da liegt zu unſern Füßen die Zipſer Hochebene, rings von Bergen umſchloſſen. Freundlich winken Städte und Dörfer dicht gedrängt her⸗ auf. Ernſt und bedeutend ſchaut das für Ungarns Ge⸗ ſchichte ſo hochwichtige Zipſerhaus, eine der ſchönſten Burgen Europas, aus der Mitte des Bildes herüber. Ueberwältigend und unverlöſchlich iſt der Eindruck, den dieſer edle Rieſenbau hervorbringt. Hier iſt zugleich die Witterungswerkſtätte für das ungariſche Bergland; dieſer gewaltige Gebirgsſtock ſcheidet das europäiſche Tiefland von der üppigen ungariſchen Ebene. Am ge waltigſten“, fuhr der von ſeinem Gegenſtande begeiſterte Redner fort,„iſt der Eindruck der Tatra von Norden geſehen. Aus der freundlichen, mit Dörfern und Ge⸗ höften geſchmückten Flußebene erhebt ſich mauerartig der öde Gebirgswall mit felſigen Abhängen, über welche hin⸗ aus kahle Riffe ſcharf wie die Zacken einer Rieſenſäge zu den Wolken ſtreben. In dem Bette dunkler Schluchten glänzen die Schneefelder und ziehen ſich gleich Silber⸗ bändern hinab in die Thäler. Oft ſind alle Spitzen be⸗ ſchneit und werfen blendend das Sonnenlicht zurück. Ein Fichtenwald umwogt wie ein grünes Meer von allen Seiten den Fuß des Gebirges. Die Bergſpitzen, ſcheinbar zu Glocken gerundet, heben ſich tief im dunkelſten Blau
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