Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Zeither, ſagte er,hatte ich immer in dem Wahne geſtanden, daß es nur nomadiſche Zigeuner gebe, die von Zeit zu Zeit ihren Wohnſitz ändern, ihre Zelte und Hütten abbrechen und weiter ziehen, neuerdings habe ich aber auch die Bekanntſchaft von anſäſſigen Zigeunern gemacht. Man lernt nie aus in dieſem Ungarnlande.

Von den Zuhörern erſucht, ſich weiter über ſeine neue Entdeckung, wie er es nannte, auszuſprechen, fuhr er fort:Ich kam mit Freund Eduard an einer ſolchen Zigeunerwohnung vorüber. In dem Abhange eines leh⸗ migen Hügels hatte ſich der Zigeuner mit ſämmtlicher Nachkommenſchaft wie ein Hamſter eingegraben. Das Dach dieſes merkwürdigen Baues war gleich den imagi⸗ nären Wänden nur eine angedeutete Fortſetzung des aufgehäuften Erdreichs. Es beſtand aus wenigen morſchen Bretern, die wahrſcheinlich einem Zaun angehört, ehe ſie ſtillſchweigend in den Beſitz des Zigeuners übergegangen, und trug als architektoniſchen Schmuck die herabhän genden Franſen von Dünger und verfaultem Stroh, welchen eine Handvoll aufgeſtreute Erde den nöthigen Halt gegen Wind und Wetter gab. Die Thür war ein ſelbſtſtändiges Werk der bildenden Kunſt, denn ſie war nirgends befeſtigt, ſondern von außen nur loſe angelehnt. Sie beſtand aus einem unentwirrbaren Durcheinander von Plankentrümmern, Strohbüſcheln und Latten und