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In Bardy⸗Caſtell war es nach Stephan's Abreiſe wieder ſehr ſtill geworden. Graf Stanislaus ſaß in dumpfem Brüten in ſeinem Gemach. Sein Inneres war zum Tode betrübt.
„Gott, Gott“, fragte es in ihm„womit habe ich am Abend meines Lebens das verdient? Die Kinder verloren und das Vaterland am Abgrunde des Verder⸗ bens! Die Wahnſinnigen, mit Oeſterreich anzubinden! Was iſt Ungarn ohne Heſterreich? Und ſelbſt wenn es gelingt, den Kaiſerlichen Trotz zu bieten, ſo werden die Ruſſen kommen und Ungarn iſt ein erobertes Land. Seine Unabhängigkeit, für die wir ſeit Jahrhunderten ritterlich gekämpft, iſt dahin. Dieſer Gedanke führt zum Wahnſinn. Es iſt Zeit, daß ich mein Haupt zur Ruhe lege, ſolange es noch ein Ungarn gibt.“
Die Tapetenthür that ſich leiſe auf, ein alter Diener des Hauſes trat ein.
„Was bringſt Du?“ fragte der Schloßherr.
„Einen Briefaus Neuſatz“ war die Antwort,„welchen ein Benedietiner des Kloſters St. Katharina überbracht hat.“
Der Graf betrachtete Siegel und Aufſchrift. Die Hand war ihm nicht unbekannt. Er erbrach das Schrei⸗ ben und las:
„Alter Freund! Wenige Tage nach dem Empfang dieſer Zeilen


