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Wirklichkeit ſtand auch Aloyſia am Eingange des Ge⸗ machs, aber die Hand nicht voll Blumen, ſondern mit blitzendem Dolche bewaffnet. Ihre Bruſt arbeitete krampf⸗ haft, ihr Antlitz war geiſterbleich. Bereits zum zweiten Male war die Tambura durch die Gaſſen erklungen.
Das Mädchen betrachtete mit ſtummem Entſetzen das träumende Antlitz. Wäre darin ein Zug von Rache oder Kampfluſt zu leſen geweſen, ſie würde den dunklen Göttern dies Opfer gebracht und den Mordſtahl gezückt haben; ſo aber ruhte es ſo friedvoll, ſo lächelnd, ſo ſanft. Ladislaus träumte ja von Aloyſia.
Sie hielt lauſchend das Ohr an ſeinen Mund. Da vernahm ſie ihren Namen, ſo leiſe und zärtlich, daß Thränen ihren Augen entſtürzten.
Ein neuer furchtbarer Kampf begann in ihrem In⸗ nern. Kann ſie den Mann morden, der ihr Alles, deſſen ſeligſtes Geheimniß ſie jetzt errathen? Aber wenn ſie ihn rettet, iſt der Untergang der Ihrigen gewiß, und ſiegen ſie, iſt er verloren.
Und zum dritten Male tönt die Tambura, aber noch bleibt Alles ſtill auf den Straßen.
Plötzlich erhebt ſich von den Thürmen das mitter⸗ nächtige Glockenläuten. Dieſe Glocken, beſtimmt, das Lob des Herrn zum Himmel zu tragen, ſie rufen zum Morde. Schauerlich klingen ihre Töne durch die Nacht.


