Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Nicht weit vom Plattenſee, in der Nähe von To⸗ polha, erheben ſich zwei kegelartige Verge, die mit Ruinen gekrönt ſind, welche ſich, zumal bei untergehender Sonne, wo ſie wie im rothen Feuer glühen, ſehr maleriſch ausnehmen. Dieſe Ruinen waren in uralten Zeiten prächtige Schlöſſer. In dem einen wohnte ein Graf Namens Ghalafi, das andere gehörte einer jungen ſchönen Herrin, Erzſebet ge⸗

heißen. In der letztern Herzen erglühte eine heftige Liebe

für ihren Nachbar, die aber von dieſem nicht erwidert wurde. Er verſchmähte die Hand der Gräfin und holte

ſich eine ſchöne Gemahlin aus fernem Lande, mit welcher

er ſehr glücklich lebte. Erzſebet vermochte dieſes Glück der beiden Leute nicht zu ertragen und ihre heftige Liebe verwandelte ſich in ebenſo heftigen Haß. Sie ſann Tag und Nacht, wie ſie das Glück ihrer Nebenbuhlerin zer⸗ ſtören möge. Eines Tages bot ſich hierzu die Gelegen⸗ heit. Der Bruͤder der jungen Gräfin Flora war aus fernen Landen zu ſeiner Schweſter auf Beſuch gekommen. Der Graf befand ſich leider bereits ſeit mehreren Tagen abweſend auf der Jagd. Erzſebet, als ſie davon hörte, baute darauf ihren Plan der Rache. Sie begab ſich auf das Schloß ihrer Nachbarin und heuchelte den Geſchwi⸗ ſtern ihre Freude ob des glücklichen Wiederſehens. Zu gleicher Zeit hatte ſie aber ihre Späher aufgeſtellt, um des Grafen Rückkehr von der Jagd zur rechten Zeit zu