Teil eines Werkes 
1. Band (1866)
Entstehung
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kunft war Wien am Morgen des 30. Oetober bereit, alle geſtellten Bedingungen zu erfüllen. Da plötzlich durchläuft die Stadt die aufregende Kunde:Die Ungarn kommen, die Ungarn ſind da! Man fällt ſich auf offener Straße freudetrunken in die Arme, Thränen ent⸗ ſtrömen ſelbſt den Augen altersgrauer Männer. Jeder faßt die Waffe, die er bereits niederzulegen im Be⸗ griffe ſtand, krampfhafter, kampfesmuthiger denn je in die Hände. Die bereits aufgelöſten Compagnien ſammeln ſich von neuem. Das Studentencomité tritt wieder zuſammen. In namenloſer, halb freudiger, halb ängſt⸗ licher Stimmung umwogt das Volk den Stephans⸗ thurm, von welchem durch das Rohr, welches von der Thürmerwohnung zur Erde herabführt, von Zeit zu Zeit Zettel geworfen werden. Die Depeſche welche vormittags elf Uhr herabkommt, lautet:

Man ſieht deutlich ein Gefecht hinter Kaiſer⸗Ebers⸗ dorf, ohne die kämpfenden Truppen oder den Gang des Treffens wahrnehmen zu können.

Um ein Uhr abermalige Depeſche:

Die Schlacht ſcheint ſich gegen Oberlaa und In⸗

zersdorf zu ziehen. Der Nebel verhindert eine klare

Ausſicht. Bis jetzt ſcheinen die Ungarn im ſiegreichen Vorrücken. Im Fall ein geſchlagenes Heer ſich den Mauern der Stadt nähern ſollte, wird es Pflicht aller