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Halbkreis Wiens erobert, und in dieſem Halbkreiſe ſtan⸗ den die kaiſerlichen Truppen bis nahe an die innern Stadtthore. Wieder rötheten, als der Abend einbrach, fürchterliche Brände den Himmel. Sechsundzwanzig rieſige Feuerſäulen beleuchteten das für deutſche Freiheit kämpfende Wien.
Ueber den ungeheuern Brandſtätten ſtieg unter dumpfem Schweigen der Morgen des 29. October empor. Da erſchien an den Straßenecken eine Bekanntmachung Meſſenhauſer's, des damaligen Obercommandanten der Wiener Nationalgarde, worin es hieß:„Mitbürger! Der erſte Kampf für unſere conſtitutionelle Ehre hat ſtatt⸗ gefunden. Wir ſtehen an der Grenze, den zweiten zu beginnen. Wir waren uns wohl bewußt, daß wir mit unſern Mitteln der Uebermacht eines wohlgerüſteten und mit jedem Tage ſich verſtärkenden Heeres auf die Dauer nicht würden widerſtehen können. Wir ſtritten auch nicht mit der vollen Ausſicht, mit der ſichern Ueber⸗ zeugung auf den factiſchen Sieg. Wir ſtritten einfach als conſtitutionelle Männer, um für unſere Ehre das Aeußerſte gethan zu haben. Indem der letzte Ver⸗ zweiflungskampf vor der Thür ſteht, habe ich Vernunft und Gewiſſen in mir erforſchen müſſen, um die Frage zu beantworten, welche Früchte uns ein ſolcher Kampf um die Ehre bringen müßte. Ich habe dieſe


