Teil eines Werkes 
1. Band (1866)
Entstehung
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drangen unter einem heftigen Feuer, das ſich allmälig zu einer heftigen Kanonade entwickelte, vor und begannen den Sturm gegen die Gebäude des Nordbahnhofs. Wie⸗ derholt wurden dieſe Angriffe durch die heldenmüthigen Vertheidiger zurückgeworfen, endlich aber blieb dieſe Po⸗ ſition in den Händen der Stürmenden. Das Kanonen⸗ feuer pflanzte ſich nun von dieſem Punkte auf die übri⸗ gen Linien fort. Hier und da verſuchte das Militär die Erſtürmung der Wälle, wurde aber überall zurückge⸗ worfen. Man beſchoß nun vom Eiſenbahndamm die gewaltigen Barrikaden, welche die breiteſte und präch⸗ tigſte Straße Wiens, die Jägerzeile, ſchützten. Dieſe Po⸗ ſition war eine den Truppen ſehr günſtige. Sie konnten von hier auch auf andern Seiten vordringen und den an den Prater ſich anſchließenden Augarten erobern, wodurch ihnen die Leopoldſtadt in einem Halbkreiſe offen lag, während ſie, rechts vordringend, nahe der Stadt kamen. Hier, wo der Donaukanal die Leopoldſtadt von der in⸗ nern Stadt trennt, kam es zum fürchterlichſten Blut⸗ bad. Es galt die hier befindlichen Fabrikgebäude und die dazwiſchen gelegenen Barrikaden zu vertheidigen. Bald ſtanden dieſe Gebäude, von den Brandraketen ent⸗ zündet, in hellen Flammen und mußten von den Ver⸗ theidigern nach außerordentlicher Gegenwehr verlaſſen

werden. Die Zahl der Todten auf beiden Seiten war 12