Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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ſie dazu mißbraucht, der Eitelkeit zu fröhnen? Iſt es nicht gewiſſenlos von Eltern, ihre Kinder, wie das leider Gottes ſo oft geſchieht, bloß deßhalb am Kon⸗ firmationstage ſo ſchön wie möglich herauszuputzen, damit ſie den Neid der Nachbarſchaft erregen? Iſt es nicht gewiſſenlos, durch elenden Kleiderprunk die

jugendlichen Gemüther an ſo wichtigen Tagen zu

zerſtreuen und ſie von der Wichtigkeit der heiligen Handlung abzuziehen? Und wie mit Abendmahl und Taufe, iſt es ebenſo mit dem ſonntäglichen Kirchen⸗ beſuche. Wie manches neue Kleid, manch neuer Hut, manch neuer Schmuck wird in die Kirche getragen, nicht um dieſe Gegenſtände gleichſam weihen zu laſſen, was bedarf auch ein Gegenſtand des Lurus der Weihe, oder um dem lieben Gott damit gleichſam ein Kompliment zu machen, ſondern lediglich, um der Welt die neue Herrlichkeit zu zeigen und wo möglich den Neid der weiblichen Nachbarſchaft zu wecken. Iſt es aber nicht eine Sünde, gerade die Kirche zu dieſem ſchnöden Gebaren zu mißbrauchen, gibt es nicht Promenaden, Konzerte, Theater, Wacht⸗ paraden und Bälle, um hinreichend dem Eitelkeitsteu⸗ fel zu fröhnen? Es bleibt dabei, Sünde iſt's, die Kirche, ſowie die heiligen Handlungen der Kirche, wie Taufe und Abendmal, zu mißbrauchen, indem